Montag, 12. Oktober 2009

Warwick / Framus III - Die Musikerseele grollt und der erste `Hack´

Die Auswirkungen die das Bekanntwerden der Zustände bei Warwick / Framus haben, scheint die Geschäftsführung deutlich zu unterschätzen. Auch auf Anfrage kommen standardisierte laue Antworten, die weder auf die entscheidenden Fragen eingehen, noch wirklich inhaltlich als korrekt erscheinen. Man scheint die Vorstellung zu haben, man könne es Aussitzen. Aber so simpel wird das wohl nicht werden. Wer kauft sich schon ein Instrument in der Preisklasse zwischen 1000 - 3000 Euro wenn er sich dann dafür vor seinen Musikerkollegen rechtfertigen muss? Gerade ein Instrument hat ja auch etwas mit Emotionen zu tun. Und die Musikerseele grollt. Heute morgen hat sich da ein enttäuschter Kunde wohl einen Spaß erlaubt und die Website geringfügig abgewandelt... .



Inzwischen ist das aber wieder geändert... .

Freitag, 9. Oktober 2009

Sklavenarbeit - Warwick / Framus II

Wenn man sich einmal ein bisschen durch die Blogs und Musikerforen arbeitet, dann sieht man schnell, dass es sich bei dem aktuell gerade durch die Medien gehenden Fall leider weder um etwas neues, noch um einen Einzelfall handelt. So wird berichtet, dass das Arbeitsamt der Region schon lange keine Bewerber mehr an Warwick vermittelt und die Arbeitsverhältnisse dort hinreichend bekannt sind. Vgl. http://matthiasgruber.wordpress.com/

In einem anderen Forum wurde eine recht ähnliche Antwort der Firma Warwick / Framus auf eine Bewerbung gepostet. Im Detail ist diese allerdings noch übler:

Sehr geehrter Herr (...),

vielen Dank für Ihre Bewerbung... bevor wir einsteigen näher in
Gespräche.. vorab ein paar Infos.. denn diese sind wichtig für
eine mögliche Zusammenarbeit :

- was suchen wir nicht : Einen Mitarbeiter der nur einen Job sucht
und für den nicht der Job in einem
Unternehmen
wie (...) ein Traum ist, sein Hobby
zu verwirklichen...

Das Einkommen darf keine Rolle für Sie
spielen bei uns zu Arbeiten... wird es auch nicht
sein
den es geht bei uns nur um die Sache und die
Materie..

- Vorraussetzung : Umzug mit Hauptwohnsitzort Markneukirchen

- Arbeitszeiten : Montags bis Freitags von 08:30 bis 19:00 Uhr
oft auch später .. manchmal auch früher
schon...
3 Samstage pro Monat von 10:00 bis 14:00 Uhr

Es kann auch schon mal vorkommen, das wir
Samstags und Sonntags arbeiten...
je nach Anforderung...


- Sonstige Konditionen : Urlaub 20 Tage
3 Tage Karrenzregelung
Ferner arbeiten wir an 2 Feiertagen im Osten
hier bei uns !

- Urlaub : viele Mitarbeiter nehmen aber nicht die
20 Tage sondern max. 10 bis 15 Tage und
der Rest wird ausbezahlt oder
dem Unternehmen überlassen

- Gas Geben : das machen wir.. begeisterung muss
vorhanden sein..

So, das sind erst einmal die wichtigen Punkte und um Sie nicht zu
frustrieren,
ein Einstiegsgehalt von 35.000 Euro Brutto ist sicherlich bei Siemens
oder
anderen Firmen möglich.. bei uns nicht.. sicherlich ist die
Größenordnung
von 25 bis 27.000 Euro Brutto andenkbar aber mehr ist nicht möglich und
eine
Steigerung ist dann auf Dauer schon möglich.. aber wir sind nicht
Siemens...

Wie gesagt, ich möchte Sie auf keinen Fall frustrieren aber wir suchen
nur
Mitarbeiter den es um die Sache geht.. die begeisterung für die Materie
mit
bringen
und einfach Spass daran haben in einen Unternehmen wie (...) mit all
dem was das Unternehmen bieten tut.. zu arbeiten..

Sollten Sie nun immer noch Interesse haben.. würde mich das freuen und
erwarte
Ihre Rückantwort.. sonst danke ich Ihnen für Ihr Interesse und wünsche
Ihnen
alles
gute für die Zukunft.


Die allgemeine Stimmung unter den Musikern geht doch klar dahin von dieser Firma in Zukunft nichts mehr zu erwerben. Zumindest so lange bis dort vertretbare Arbeitszustände herrschen.

"Why" - Der Friedensnobelpreis geht 2010 an Barack Obama

Für mich schon wirklich überraschend. Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an Barack Obama. Wie man hört, sagte er offiziell bisher nur ein Wort: "Wow!". Dann will ich es auch einmal in nur einem Wort sagen : "Why?"

Dumpinglöhne bei Warwick / Framus und Horst Köhler macht seine Aufwartung

Da bin ich jetzt aber doch entsetzt. Wie in dem gestrigen Artikel des Stern beschrieben bietet der Instrumentenhersteller Warwick einer Diplom-Betriebswirtin 1100 Euro Brutto als Gehalt an, zu geradezu unglaublichen Konditionen.

Für eine 47,5-Stunden-Woche -tägliche Arbeitszeit von 8.30 Uhr bis 19 Uhr plus zwei Samstage im Monate - sollte Dettmmer 1100 Euro verdienen. Brutto. "Dies stellt für Sie sicherlich kein Problem dar", schrieb die Personalerin.

Von den 20 Tagen Urlaub sei es zudem bei Warwick üblich, nur zwischen 10 und 15 Tage tatsächlich zu nehmen. Und dieses "es ist üblich" kennt man inzwischen ja. Da kann häufig von freier Entscheidung keine Rede mehr sein.

Zu allem Überfluss hat Warwick zudem noch die Gründung eines Betriebsrates verhindert. Sie werden sehr genau wissen, warum.

Und? Was sagen unsere Politiker dazu? Z.B. unser allseits beliebter Bundespräsident Horst Köhler ist sich nicht zu blöde genau diesen Betrieb Warwick erst vor kurzen zu besuchen. Natürlich ohne in irgendeiner Weise auf die Zustände da einzugehen. Nein, besser noch. Der lässt sich noch in dümmlicher Pose mit einem Bass von Warwick in den Farben Schwarz-Rot-Gold ablichten.

Das Bundespräsidialamt wollte sich zur Auswahl der Firma nicht äußern. heißt es in dem Artikel des Stern weiter.

Und hier noch die originalen, regionalen Quellen des Vogtland Anzeigers:
Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Warwick: Muster-Firma mit Schattenseite

Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick

Sonntag, 6. September 2009

Alessandro Moreschi - Der letzte Kastrat

Es hatte mich schon immer einmal interessiert, wie das wohl klingen mag. Häufig wird es ja als nicht wirklich weiblich, aber auch nicht wirklich wie ein Kind klingend beschrieben. Und da ich vor kurzem etwas über Countertenöre las, die heute in der Musik ja diese Parts singen, habe ich einmal etwas gesucht und bin auch fündig geworden.
Alessandro Moreschi gilt als der letzte singende Kastrat in der Musik, nicht ganz so berühmt wie wie Farinelli, Caffarelli, Senesino, Gizziello, und stimmlich wohl auch weit von seinen Kollegen entfernt, aber immerhin... .

So ´außerirdisch´wie ich mir das vorgestellt hatte klingt es nicht, aber das liegt wohl eher an meinen etwas absurden Erwartungen. Ohne zu wissen wer da singt hätte ich aber in der Tat arge Schwierigkeiten das einzuschätzen. Es finden sich zwar einige Aufnahmen im Netz, aber leider häufig in äußerst bescheidener Qualität. Bei diesem Video ab etwa 0:50 scheint mir die Qualität noch am besten. (Achtung, das Video selbst ist ein Fernsehbeitrag auf französich.)

Freitag, 26. Juni 2009

Der "King of Pop" Michael Jackson ist tot

Letzten Meldungen zufolge ist Michael Jackson soeben in einem Krankenhaus in Los Angeles verstorben. Erst vor wenigen Stunden war er anscheinend nach einem Notruf dort eingeliefert worden. Der 50 jährige hatte bereits im Mai einige Termine seiner geplanten Welttournee abgesagt, was aber laut seiner Plattenfirma keine ernsten Gründe gehabt hätte... .

In den letzten Jahren war es musikalisch ja eher ruhig um Jackson geworden. Traurige Schlagzeilen machte allerdings der Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen ihn. Zwar wurde er, der Anklage entsprechend, freigesprochen. Überzeugend wirkte dieser Freispruch inhaltlich allerdings nicht. Zweifelsfrei schien seine Unschuld nicht erwiesen, vielmehr konnte ein Vergehen nicht ohne jeden Zweifel nachgewiesen werden.

Dieser Prozess hatte Michael Jackson gesundheitlich schwer gezeichnet, ob sein recht früher Tot damit zusammenhängt, ist aktuell aber nicht bekannt.
Hinterlässt dieses Thema bei mir immer einen schalen Nachgeschmack, stehen für mich seine Fähigkeiten als Künstler, Sänger und Performer außer Zweifel. Nicht nur das Album "Thriller", sondern auch der Vorgänger und schon die Aufnahmen und Auftritte mit dem Jackson Five wiesen ihn als Ausnahmekünstler aus.

Zum Gedenken hier das Video "I'll Be There" der Jackson Five von 1972.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Lord Ralf Dahrendorf gestorben

Wie ich soeben lesen musste ist der bedeutende deutsche Soziologe Lord Ralf Dahrendorf verstorben. Als unwürdiger Fachkollege trauere ich.